CDU will grüne Schneise am Tor zur City
Archivfoto: stan
Auf dieser Fläche könnten neue Stellplätze entstehen. Die CDU spricht sich gegen Asphalt und für mehr Grün aus.

Christdemokraten lehnen Parkplatz an Alter Molkerei ab. Stattdessen sollen Bäume gepflanzt werden.

Von Wiljo Piel

GREVENBROICH | Die Grünfläche an der Alten Molkerei darf nicht für den Bau von Parkplätzen geopfert werden. Das fordert die CDU in einem aktuellen Antrag für den Stadtrat. Fraktionschef Wolfgang Kaiser hat die Verwaltung dazu aufgerufen, das zwischen der Montz- und der Bergheimer Straße liegende Areal mit zusätzlichen Bäumen und Sträuchern auszustatten – es soll aufgewertet werden. Gemeinsam mit der gegenüber liegenden Grünfläche soll es ein „grünes Tor“ am Eingang zur Innenstadt bilden.

Hintergrund für die CDU-Initiative ist ein Antrag, den die Fraktion Mein Grevenbroich bereits im Frühjahr im Rathaus eingereicht hatte. Angesichts des Parkdrucks, der mit dem Umbau des Bahnhofsviertels entsteht, hatte Vorsitzende Martina Suermann vorgeschlagen, zusätzliche Stellflächen nahe der Alten Molkerei einzurichten.

„Nicht mit uns“, sagt jetzt Wolfgang Kaiser. Denn dieses kleine Gelände sei zu wertvoll, „es wäre eine Schande, wenn dort Autos geparkt würden“. Schließlich liege das Areal direkt hinter dem Elsbachtunnel, dem Einfallstor zur Innenstadt, und präge eine der zentralen Kreuzungen in Grevenbroich. „Eine solch markante Stelle darf nicht asphaltiert und zum Parkplatz umgebaut werden“, warnt Kaiser.

Nach Vorstellungen der Union sollte das Areal mit weiteren Pflanzen ausgestattet werden, ebenso wie die kleine Grünfläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite, an der Ecke Montz-/Kaplan-Hahn-Straße. „Das hätte den Vorteil, dass Autofahrer wie durch eine grüne Schneise in unser Zentrum fahren könnten, in die Stadt der Landesgartenschau 1995“, berichtet der Fraktionschef. Nicht zuletzt seien solche Flächen auch in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung.

Die beiden kleinen Grünflächen dürften nach Ansicht der CDU nicht separat betrachtet werden, es müsse das „große Ganze“ gesehen werden. „Sie sind Teil des ,grünen Bandes’, das sich entlang der Erft durch unsere Innenstadt zieht“, sagt Wolfgang Kaiser. Dieses gelte es zu stärken – und nicht für einige wenige Parkplätze zu verschwenden. Die Union sieht sich bei dieser Forderung nicht weit von der SPD entfernt, die das „blaue Band’ der Erft erlebbarer für die Grevenbroicher gestalten möchte.

„So gesehen, sind die beiden Grünflächen nahe des Elsbachtunnels ein Teil der grünen Achse, die sich vom Alten Schloss bis hin in den Stadtpark und darüber hinaus erstreckt“, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser und macht deutlich: „Dieses Band darf nicht unterbrochen und erst recht nicht für den Bau von Parkplätzen genutzt werden.“ Zwar sei die CDU auch in der Vergangenheit schon von Anliegern dazu aufgefordert worden, sich an dieser Stelle für Stellflächen einzusetzen – doch: „Das ist von uns immer abgelehnt worden, weil wir die Fläche für zu wertvoll halten.“

Die Christdemokraten fordern von der Stadt ein Konzept für die Grünfläche nahe der Alten Molkerei. Dabei sollen ausschließlich ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.